Was ist Elektrosmog ?

Der Ausdruck “Elektrosmog” ist ein kĂĽnstlicher Begriff, der in den 70er Jahren geprägt wurde. Hierbei setzt sich der Wortbestandteil “smog” aus den beiden englischen Worten Smoke (Rauch) und Fog (Nebel) zusammen. “Smog” bedeutet hierbei im weitesten Sinne “Dreck”. Elektrosmog heiĂźt also ungefähr so viel wie “Elektro-Dreck”. Im Gegensatz zum “normalen” Smog, den wir jedes Jahr vom neuen in den Städten riechen und sehen können, ist “Elektrosmog” nicht durch unsere Sinnesorgane erfassbar. Deshalb können wir “Elektrosmog” nur mit Hilfe von besonderen “Elektrosmog”- Messgeräten aufspĂĽren und nachweisen.
In der Regel unterscheidet man zwischen vier Arten von “Elektrosmog” , aber nur zwei die durch das Hausstromnetz verbreitet werden:

Die verschiedenen “Elektrosmog”-Arten:

Elektrische Wechselfelder

Diese entstehen durch eine zwischen zwei Polen anliegende Spannung. Je näher diese Pole sich gegenüberliegen und je höher die Spannung zwischen ihnen ist, desto höher ist auch die sich zwischen ihnen bildende elektrische Strahlung. Somit muss für elektrische Strahlung kein Strom fließen, d.h. auch wenn Sie z.B. Ihre Lampe/Fernseher etc. ausgeschaltet haben ist die elektrische Strahlung dennoch in voller Stärke vorhanden! Jedes Kabel (besonders die versteckten Kabel im Mauerwerk) ist eine potentielle Strahlungsquelle.
Ausschlaggebend ist hierbei sowohl die elektrischen Feldstärke in (V/m) als auch die Frequenz in (Hz) des elektrischen Feldes.

Magnetische Wechselfelder

Diese entsteht, wenn durch einen Leiter Strom fließt. Je höher dieser Strom ist und je näher die Leiter zueinander angeordnet sind desto höher ist die elektromagnetische Strahlung die entsteht. Ausschlaggebend ist hierbei die sog. magnetischen Flußdichte (nT) und die Frequenz (Hz).

Elektrische Gleichfelder

Diese entstehen z.B. durch Luftkonvektion oder Reibung an Textilböden, Vorhängen , Möbelstücken oder Kleidung, dass heißt das z.B. die Luft durch Thermik in der Heizperiode an Vorhängen mit Kunststoffanteilen eine Statische Ladung erzeugt. Dies hat zur Folge das die Staubpartikel länger in der Luft schweben. Das bedeutet auch, dass aufgewirbelter Staub der mit Ausscheidungen der Hausstaubmilbe oder anderen Verunreinigungen versetzt ist, länger in der Luft schwebt.
Ausschlaggebend ist hierbei die Verweildauer der statischen Aufladung.

Magnetische Gleichfelder

Diese kommen natĂĽrlich vor, im Erdmagnetfeld (Nord-SĂĽdpol), Dauermagneten oder Magnetisierten Metallteilen.
Wird das gerichtete Erdmagnetfeld durch ein anderes Magnetfeld abgelegt z.B. durch magnetisierte Metallteile im Bett wird in den im Bett liegenden Menschen ein Spannungsfluss hervorgerufen.
Ausschlaggebend ist hierbei die stärke der Ablenkung.

Wie kann man sich schĂĽtzen ?

Netzfreischalter / Stromsensor

Netzfreischalter (auch Netzabkoppler genannt) sind eine sehr elegante und preisgĂĽnstige Lösung “Elektrosmog” zu vermeiden. Der Netzfreischalter ist ein kleines Gerät, etwa so groĂź wie eine automatische Sicherung, die einfach in Ihrem Sicherungskasten montiert wird. Netzfreischalter erkennen automatisch, ob elektrischen Verbraucher, wie z.B. Fernseher oder Lampen, ein- oder ausgeschaltet sind. Sind diese Verbraucher ausgeschaltet, so unterbricht der Netzfreischalter automatisch das 230V Wechselstrom-Netz. Lediglich eine Gleichspannung bleibt weiterhin zur Ăśberwachung angelegt. Somit schĂĽtzt der Netzfreischalter auĂźerordentlich wirkungsvoll vor “Elektrosmog”. Wenn die Verbraucher wieder eingeschaltet werden, so erkennt dieses der Netzfreischalter in Bruchteilen einer Sekunde und schaltet automatisch die 230V Netzspannung wieder an.

Hauptsächlich Schlafräume und Kinderzimmer sollten in jedem Haushalt mit einem Netzfreischalter versehen werden.

In bestimmten Fällen darf das Netz allerdings nicht abgeschaltet werden, z.B. wenn Dauerverbraucher angeschlossen sind.

Zu diesen Verbrauchern gehören z.B.:

• Telefonanlagen
• Alarmanlagen
• Türklingel
• Kühlschränke
• Sonstige Geräte, die im sog. “Standby-Betrieb” arbeiten mĂĽssen um diese Verbraucher ohne Elektrosmog betreiben zu können, gibt es eigentlich nur eine praktikable Lösung: abgeschirmte Kabel.

Abgeschirmte Kabel

Wenn Netz-Freischalter nicht eingesetzt werden können bieten speziell abgeschirmte Kabel einen vergleichbaren Schutz. Normale Kabel erzeugen nach auĂźen ungehindert sowohl elektrische als auch magnetische Felder, auch wenn die Kabel im Mauerwerk installiert werden. Ein elektrisches Feld geht ja, wie zuvor ausgefĂĽhrt, sogar von einem nicht betriebenen elektrischen Verbraucher aus. Wird der Verbraucher hingegen eingeschaltet, so entsteht zusätzlich noch ein magnetisches Feld. Magnetfelder durchdringen hierbei jegliche Materie, daher sind wir ihnen ständig ausgesetzt. Die einzig sinnvolle Möglichkeit zur Vermeidung dieser Strahlung ist, neben dem Netzfreischalter, also die Verwendung von besonders abgeschirmten Kabeln. Der Nachteil an dieser Methode ist allerdings der hohe Aufwand, wenn alte Kabel durch abgeschirmte Kabel ersetzt werden sollen. Abgeschirmte Kabel bieten aber die einzige Möglichkeit Verbraucher “strahlungsfrei” zu betreiben, die Tag und Nacht mit dem Stromnetz verbunden sein mĂĽssen.

Weitere Tips zur Vermeidung von Elektrosmog:

Bereits durch einige einfache Maßnahmen, die noch nicht einmal Geld kosten, können Sie Elektrosmog in Ihrem Umfeld stark reduzieren. Halten Sie besonderen Abstand zu folgenden Geräten und Installationen:

• Billige Stecknetzteile. Diese sind wahre Elektrosmog-Weltmeister.
• Hallogenleuchten.

Sie erzeugen durch die hohen fließenden Ströme extrem hohe magnetische Felder.

• Heizdecken. Eine einfachere Bestrahlung ist wohl kaum möglich.
• Radiowecker z.B. im Schlafzimmer.

Auch hier entsteht in der Regel extremer Elektrosmog.

Im Schlafzimmer sollten Sie sowieso immer ALLE Geräte abschalten. Und zwar ganz, also z.B. kein Standby-Betrieb Ihres Fernsehers. Dieses vermeidet Elektrosmog durch das Standby-Netzteil und spart zusätzlich noch eine Menge Strom. Schlafzimmer sollten aber, wie bereits erwähnt, sowieso komplett vom Netz per Netz-Freischalter getrennt werden. Auch die Lage von Steckdosen sollten Sie überprüfen. Wenn Sie an Ihrem Computer sitzen und die gesamte Verkabelung an der Steckdose in Ihrer Kopfhöhe mündet, setzen Sie sich einer enormen Belastung aus. Kabel, die an versteckten Plätzen wie hinter Sofas, Küchenbänke oder Betten entlanglaufen, stellen eine hohe Strahlenbelastung dar. Nochmals sei hierbei erwähnt, dass auch wenn die angeschlossenen Gerätschaften nicht eingeschaltet sind, die Kabel dennoch elektrische Felder abstrahlen! Vermeiden Sie also unnötige Risiken und meiden Sie Elektrosmog wo immer möglich.

Gesundheitsgefahr durch Elektrosmog ?

Tatsächlich wird mittlerweile nicht mehr bestritten, dass Elektrosmog unser Befinden beeinflusst und sogar krank machen kann. Allerdings sind die Symptome je nach Mensch höchst unterschiedlich. Menschen, die auf Elektrosmog reagieren, nennt man “Elektrosensible”. “Elektrosensibilität ist die ungewollte Fähigkeit elektromagnetische Wellen und Felder wahrzunehmen oder zu spĂĽren”. Grundsätzlich muss man hier aber zwischen Hysterikern und Menschen, die tatsächlich Symptome aufweisen, unterscheiden. Nach derzeitigen Erkenntnissen gibt es bereits 2 Millionen Elektrosensible, wobei die Dunkelziffer weitaus höher sein dĂĽrfte, da viele Symptome erst gar nicht mit Elektrosmog in Verbindung gebracht werden! Als “typische” Symptome, die durch Elektrosmog verursacht werden, gelten:

• Schlafstörungen
• Kopfschmerzen
• Nervosität
• Innerer Unruhe
• Ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit
• Antriebsarmut
• Konzentrationsstörungen
• Gedächtnisstörungen
• Verspannungen

Bei längerer Belastung treten weitere Symptome auf:

• Erhöhter Blutdruck
• Herzrhythmusstörungen
• Atembeschwerden
• Sehstörungen
• Hirnstörungen
• Je nach Aufenthaltsort wechselnde Befindlichkeit
• Krebs

Spätestens bei diesen Symptomen muss ein fachkundiger Arzt konsultiert und die Ursachen beseitigt werden. Skandalös ist spätestens jetzt die Tatsache anzuführen, dass es bis heute noch keine allgemein gültigen Grenzwerte für Elektrosmog gibt. Vielmehr kocht hier jedes Land, wenn überhaupt, sein eigenes Süppchen. So sind in Schweden z.B. Grenzwerte in der Diskussion, die nur ein 500stel des deutschen Grenzwertes betragen. Studien aus der USA empfehlen sogar nur ein 5.000stel des deutschen Grenzwertes!

Interessante Links:

www.baubiologie-regional.de
www.maes.de